Dachs — I Wöt Mir Selber Is Gsicht Chotze
«I Wöt Mir Selber Is Gsicht Chotze» – der Titel sitzt wie ein Schlag in den Magen.
Doch Dachs bleibt sich treu: Unkonventionelle Songtitel, subversiver Witz und musikalische Ernsthaftigkeit schliessen sich bei Basil Kehl nicht aus. Schon mit «Beat Breu» und «Si händ dä Schlagzüger us de Band grüert» bewies er 2020, wie gut das funktioniert. Nach drei Alben bleibt die Frage: «Dörfs na bizeli meh si?» Ja, gerne – mehr Dachs-Musik bitte!
Auf dem vierten Album zeigt sich Dachs so offen und experimentierfreudig wie noch nie. Zwischen Dream-Pop, Indie, Disco, Electronica und Hip-Hop verschwimmen die Genregrenzen, wird ausprobiert, verschoben und neu kombiniert. Zwei völlig unterschiedliche Features mit Luuk und To Athena unterstreichen diese Offenheit. Trotz aller Experimente bleibt der charakteristische Dachs-Sound mit seinen markanten Texten und seinen eigängigen Melodien unverkennbar.
Eiskalt weht der Wind, der uns bald entgegenkommt – so der Tenor in «Kommentarspalte». Abgekühlt ist auch das Verhältnis zur Figur in «Herz us Granit», die ihren persönlichen Rechtsruck mit dem Älterwerden zu rechtfertigen versucht. Und in «Hallo Mueter» folgt die bittere Einsicht, dass selbst die Mutter gelogen hat – damals, als sie uns lehrte, Lügner kämen nicht weit. Diese drei Songs zeichnen ein düsteres Bild der globalen Verunsicherung. Es sind keine Stücke der Antworten, sondern der Ratlosigkeit – und vielleicht gerade darin besonders ehrlich. Lässt sich also der Albumtitel «I Wöt Mir Selber Is Gsicht Chotze» auch als Kommentar zur politischen Gegenwart verstehen? Vielleicht – aber nur zum Teil. Denn dafür ist dazwischen zu viel Skurriles, zu viele helle Momente und zu viel Unerwartet-Zärtliches zu fnden.
Beispielsweise stösst man in «Wör’s Nie Release» auf eine detaillierte Wegbeschreibung zum Versteck auf dem Dachs-Dachboden. Dort wartet ein unscheinbarer Karton mit einer Festplatte – randvoll mit Liedern, die zu intim sind, um veröffentlicht zu werden. Im Titeltrack «I Wöt Mir Selber Is Gsicht Chotze» kommt es zu einem Wiedersehen im Café mit einem alten Freund, der nur noch sendet, das Zuhören verlernt hat – und dabei vom Schein seines erfüllten, erfolgreichen Lebens erzählt. In «Äschäbächer Halb Voll» wird verpassten Chancen nachgetrauert, ja sogar eine Karriereleiter im Hinterhof symbolisch verbrannt. Und auf dem berührenden «Stabhochspringe» klingt die Schwierigkeit an, die eigenen Grenzen zu erkennen. Die stärksten Momente des Albums entstehen dort, wo die Stimme die Fassade aus Kontrolle und Coolness ablegt und ganz im Gefühl aufgeht. Ein solcher Moment ist der Refrain von «Es Reimt Sich Uf» – eingängig, dringlich, aufgeladen. Am Ende eines metaphorischen Telefonspiels, das die Missverständnisse der Liebe verhandelt, wird er kraftvoll hinausgeschrien – über ein Löwenzahnfeld hinweg, wie es das unbeschwerte, frühlingshafte Musikvideo zeigt.
Das vierte Album von Dachs überzeugt mit pointierten Zeilen, die nachhallen, zeichnet ein feinsinniges Bild des gesellschaftlichen Klimas im Jahr 2025 und entfaltet eine musikalische Vielfalt, die ebenso überraschend wie stimmig ist. Dabei bleibt die Musik nahbar – dank Basil Kehls Bereitschaft, auch über das Verletzliche und Unbequeme zu singen.
Das neue Album «I Wöt Mir Selber Is Gsicht Chotze» live sehen und hören:
07.02.2026: Literaria Bischofszell,
19.02.2026: ISC Bern,
20.02.2026: Schüür Luzern,
26.02.2026: Albani Winterthur,
28.02.2026: Altes Kino Mels,
06.03.2026: Royal Baden
| Label: | Mouthwatering Records |
| Publishing: | Mouthwatering Records |
| Promotion: | Mouthwatering Records, Nadine Schärer |
| Booking: | Orange Peel Agency, Kilian |
| 19.02.2026 | ISC Club, Bern |
| 20.02.2026 | Konzerthaus Schüür, Luzern |
| 26.02.2026 | Albani, Winterthur |
| 28.02.2026 | Altes Kino, Mels |
| 06.03.2026 | Royal Baden, Baden |
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